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Vortrag: Können wir auf Nutztiere verzichten?

In Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt (TUM)
TUM@Freising - Wissenschaft - erklärt für ALLE

Klimaänderung, Bevölkerungszuwachs und Urbanisierung sind große Herausforderungen für die Sicherstellung der Welternährung. Die steigende Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln vervielfacht nicht nur den Bedarf an Futtermitteln, sondern auch die umweltrelevanten Emissionen der Tierproduktion. Die wichtigste Änderung ist jedoch die extreme Verknappung der landwirtschaftlichen Nutzfläche pro Erdenbürger. Können wir es uns überhaupt noch leisten, Ackerland zur Fütterung von Nutztieren zu verschwenden?

Nutztiere transformieren Biomasse über Verdauung und Stoffwechsel in Wachstum (Fleisch), Milch und Eier, sowie in gasförmige Emissionen (CO2, CH4) und Exkremente (Kot, Harn). Letztere sind für die Pflanzenproduktion von großer Bedeutung, denn sie bringen einen Großteil der im Futter fixierten Pflanzennährstoffe (N, P, K, etc.) wieder zurück auf die landwirtschaftliche Nutzfläche. Dabei handelt es sich um enorme Mengen, denn rund 80 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Biomasse sind vom Menschen schlichtweg nicht essbar. Allen voran die Wiederkäuer (z.B. Rinder) verwerten diese Biomasse und setzen damit weitaus mehr um, als Lebensmittel pflanzlicher Herkunft erzeugt werden.

Innerhalb der Nutztiere gibt es enorme Unterschiede in der Effizienz der Transformation der Biomasse in Lebensmittel und den begleitenden Wirkungen auf die Umwelt. So sind beispielsweise Hühner sehr effizient und erzeugen wenig Emissionen, benötigen jedoch höchstwertiges Futter, das auch vom Menschen essbar wäre. Für Schweine gilt das nicht mehr in dem starken Ausmaß und für Wiederkäuer gilt genau das Gegenteil. Sie verursachen mehr Emissionen, sind weniger effizient, können aber allein auf Basis der stets verfügbaren, nicht essbaren Biomasse höchstwertige Lebensmittel generieren.

Welche Nutztiere sollen wir nun in Zukunft halten, wenn wir Lebensmittelkonkurrenz vermeiden müssen? Wie gewinnen wir dabei möglichst viele Lebensmittel mit minimaler Umweltwirkung? Welche Folgen hätte der Wegfall von Nutztieren auf die Produktivität der Landwirtschaft in der Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel? Wie sind in diesem Zusammenhang das „Kunstfleisch“ und die Fleisch- bzw. Milchersatzprodukte auf Basis pflanzlicher Proteine zu bewerten? Ist die Insektenproduktion ein gangbarer Ausweg? Und schließlich die ultimative Frage, welche technologischen Fähigkeiten gegeben sein müssten, um Nutztiere ohne negative Folgen für den landwirtschaftlichen Stoffkreislauf zu ersetzen?

Über den Referenten:
Prof. Wilhelm Windisch (*1958) beschäftigt sich mit der Ernährung von Nutztieren zum Zwecke der Gewinnung von Lebensmitteln tierischer Herkunft. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen hierbei auf der Wirkungsweise funktioneller Nahrungsinhaltsstoffe, der Nutzung biogener (Rest-) Stoffe neuer Technologien als tierische Nahrung, sowie den physiologischen Gesetzmäßigkeiten und Spielräumen der Nährstofftransformation im Stoffwechsel der Nutztiere bis hin zur Qualität und Sicherheit der erzeugten tierischen Produkte.

Nach dem Studium der Agrarwissenschaften promovierte (1988) und habilitierte (1995) Prof. Windisch an der TUM. Vor seiner Tätigkeit als Ordinarius an der TUM war er Professor für Tierernährung an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) (2002 – 2010). Prof. Windisch ist Vorsitzender der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) und Mitglied weiterer facheinschlägiger wissenschaftlicher Gesellschaften.

Eine Anmeldung für Einzelpersonen ist nicht notwendig.
Für einen Sitzplatz empfiehlt sich frühes Erscheinen!
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KOSTENFREI

Status: Keine Anmeldung möglich

Kursnr.: P0150

Beginn: Di., 10.03.2020, 19:00 - 20:30 Uhr

Dauer: 1x

Kursort: Lindenkeller, Veitsmüllerweg 2

Gebühr: kostenfrei


Datum
10.03.2020
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Veitsmüllerweg 2, Lindenkeller, Veitsmüllerweg 2


Info:

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Keine Anmeldung notwendig


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