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November Rain (die vhs-Kolumne)

Lesen Sie die Überschrift, schließen Sie die Augen. Hören Sie die Stimme? „When I look into your eyes, I can see a love restrained“ (bam, bam). Dann sind Sie (vermutlich) etwa so alt wie ich und kennen Guns n`Roses und Axl Rose, der hier singt. Auch, wer seine Haare nicht zum Headbangen lang wachsen ließ, kam in den frühen 90er Jahren nicht leicht an diesem Lied vorbei – dessen Video von fast 10 Minuten klar machte, worum es geht, falls Sie es aus der Musik alleine tatsächlich nicht kapiert haben sollten: Große Liebe, große Gefühle, großes Drama, unendliche Trauer.

Noch heute, wenn ich einen Fetzen des Liedes höre, packt es mich in seiner ganzen, grandiosen Inszenierung, fast gegen meinen Willen. Manchmal schaltet es sich auch schon dann an, wenn es nur November ist und es regnet. Und ich bin wieder Teenager. (10 Minuten lang ist das ja gerade noch auszuhalten.)

Falls Sie mitreden wollen: Das Video gibt es heute noch auf Youtube. Aber Sie müssen es nicht anschauen. Ich bin sicher, Sie haben ihr eigenes Lied, das Sie auf eine Zeitreise schickt: Ein, zwei Takte, und Sie sind kurz woanders, an einem anderen Ort, in einer anderen Zeit. Hoffentlich an einem guten Ort. Vielleicht ist der November ein guter Monat, um diese Lieder wieder einmal auszupacken.

Und wenn Sie Zeit haben, dann bleiben Sie doch noch ein bisschen da, wo Sie musikalisch hingereist sind, und geben Sie Ihrem früheren Ich die Hand. Sagen Sie ihm, dass es noch mehr schaffen wird, als es sich einmal vorstellen konnte. Und wenn Sie es vergessen haben: Fragen Sie es, was es immer schon einmal machen wollte. Schwedisch lernen? Endlich Yoga machen? Nähen lernen? Ayurvedisch kochen? Ganz weit reisen? Sein eigener Chef sein?

Vielleicht ist der November auch die Zeit, um solche alten Wünsche wieder aufzunehmen: Unter www.vhs-freising.org können Sie nachschauen, ob Ihrer sich in unserem Programm findet. Das erste Halbjahr 2022 ist auch schon in Planung, öfter reinschauen lohnt also! Weltumseglungen, die Gründung von Weingütern in der Provence oder eines Öko-Kosmetikunternehmes oder den Start einer internationalen Schauspielkarriere haben wir zwar nicht direkt im Angebot, aber die eine oder andere nützliche Fähigkeit könnte schon dabei sein. Denn: Schwelgen ist gut – aber machen ist oft noch besser.

Dr. Myriam Wagner-Heisig, Fachbereichsleitung Beruf und Kultur

(aus FINK 11/2021, S.25, hier schreibt die vhs)